Einfache Aufgaben im Internet erledigen und damit Geld verdienen: Eine Online-Werbung machte eine 39-jährige Österreicherin auf dieses Angebot aufmerksam. Im Tiroler Ort Telfs wurde sie zwischen 28. August und 1. September 2026 Opfer eines Betrugs. Anfangs erhielt sie tatsächlich kleine Auszahlungen.
Danach verlangten die unbekannten Täter für sogenannte „Händleraufgaben“ immer höhere Einsätze. Angebliche Investitionen und die Behebung eines vermeintlichen Fehlers dienten als Begründung für weitere Zahlungen. Auch zum Umtausch von Geld in Bitcoin wurde die Frau veranlasst. Sie verlor einen hohen vierstelligen Eurobetrag. Als nochmals eine Summe in dieser Größenordnung gefordert wurde, brach sie den Kontakt ab und erstattete Anzeige.
Für die Prävention zeigt der Fall ein klares Warnsignal: Aus einer vermeintlichen Verdienstmöglichkeit werden zunehmend Forderungen nach eigenem Geld. Kleine Auszahlungen am Anfang belegen keine Seriosität. Hier gingen sie den steigenden Zahlungsforderungen voraus.

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:
„Der Fall zeigt einen sogenannten Task-Scam, bei dem einfache Online-Aufgaben als Einstieg dienen und kleine anfängliche Auszahlungen Vertrauen für spätere Geldforderungen schaffen. Die zunehmend höheren Vorkasseforderungen für ‚Händleraufgaben‘ und die angebliche Fehlerbehebung sind hier die entscheidenden Betrugsmerkmale. Betroffene sollten weitere Zahlungen stoppen, den Kontakt abbrechen und Chats, Screenshots sowie sämtliche Zahlungs- und Umtauschbelege für die Behörden sichern. Da der Bericht nur den Umtausch in Bitcoin belegt, sollte zunächst geklärt werden, ob diese anschließend weitergesendet wurden; gegebenenfalls sollten Wallet-Adressen und Transaktionskennungen gesichert und eine blockchain-forensische Verfolgung aufgenommen werden. Ergänzend sollten Betroffene den Fall bei crypto-schaden.at melden und prüfen lassen, ob über Krypto transferierte Gelder noch eingefroren werden können.“

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:
„Nach der geschilderten Sachlage spricht vieles für ein Betrugsdelikt, weil die vermeintlichen Online-Aufgaben und die angebliche Fehlerbehebung offenbar dazu dienten, weitere Zahlungen auszulösen. Ergänzend zur bereits erstatteten Anzeige sollten Geschädigte sämtliche Kommunikations- und Zahlungsbelege einschließlich der anfänglichen Auszahlungen und des Bitcoin-Umtauschs dokumentieren. Ob erworbene Bitcoin anschließend weitergeleitet wurden, sollte anhand der vorhandenen Unterlagen geklärt werden, um den tatsächlichen Zahlungsweg nachvollziehen zu können. Zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegen die Verantwortlichen und ein Anschluss als Privatbeteiligte im österreichischen Strafverfahren kommen in Betracht.“
Warnsignale
Was Betroffene tun sollten
Quelle: polizei.news | Case-ID: 117











