Villacher (30) verliert Geld bei vermeintlichen Aktienkäufen – Klagenfurter (46) bei Pelletbestellung

Für einen 30-jährigen Villacher begann der Kontakt auf einer Datingplattform. Eine Frau empfahl ihm einen angeblichen Aktienanalysten. Der Mann folgte der Empfehlung und eröffnete auf dessen Anweisung ein Konto bei einer Tradingplattform.

Es folgten insgesamt 19 Transaktionen. Als die Auszahlung Probleme machte, recherchierte der Villacher selbst im Internet und erkannte die Betrugsmasche. Sein Schaden: mehrere zehntausend Euro. Die Ermittlungen laufen. In einem weiteren Fall bestellte ein 46-jähriger Klagenfurter Pellets um knapp 2.000 Euro und überwies auf ein litauisches Konto. Die Lieferung blieb aus, die Website verschwand. Er erstattete Anzeige.

Für die Prävention zeigen die Fälle unterschiedliche Warnsignale: Beim Villacher führte eine Datingbekanntschaft zu vermeintlichen Aktienkäufen; später kamen Auszahlungsprobleme hinzu. Beim Klagenfurter standen eine ausbleibende Lieferung und eine nicht mehr erreichbare Website am Ende der Bestellung. Eine persönliche Empfehlung ist kein Nachweis für die Seriosität eines Anlageangebots. Ein Auslandskonto allein belegt hingegen noch keinen Betrug.

Porträt Dr. Stephan Mauracher

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:

„Die Fälle zeigen einen über eine Datingbekanntschaft angebahnten Anlagebetrug und einen Warenbetrug bei einer Pelletbestellung. Die Weitervermittlung an einen angeblichen Aktienanalysten und die späteren Auszahlungsprobleme sind deutliche Warnsignale; beim Pelletkauf erhärten die ausgebliebene Lieferung und die verschwundene Website den Betrugsverdacht, während ein litauisches Konto allein keinen Betrug beweist. Betroffene sollten weitere Zahlungen stoppen, den Täterkontakt abbrechen und Chats, Screenshots, Bestellunterlagen sowie Transaktionsbelege strukturiert für die Behörden sichern. Bei der Banküberweisung sollte die beteiligte Bank umgehend einen Überweisungsrückruf prüfen; beim Anlagefall muss zunächst anhand der Zahlungsbelege geklärt werden, ob tatsächlich Kryptowährungen übertragen wurden. Betroffene sollten den Fall bei crypto-schaden.at melden und bei bestätigten Kryptotransfers Wallet-Adressen heraussuchen sowie eine blockchain-forensische Verfolgung aufnehmen lassen, um prüfen zu lassen, ob Gelder bei beteiligten Verwahrstellen noch eingefroren werden können.“

Porträt Dr. Paul Rizzi

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Bei den geschilderten vermeintlichen Aktienkäufen des Villachers spricht vieles für ein Betrugsdelikt durch Täuschung über eine Anlagemöglichkeit. Zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegen die Verantwortlichen und ein Anschluss als Privatbeteiligter im laufenden Strafverfahren kommen in Betracht. Für die Ermittlungen sollten insbesondere die Kommunikation mit den Kontaktpersonen, Plattformansichten und Belege zu den 19 Transaktionen gesichert und geordnet vorgelegt werden. Je nach tatsächlichem Zahlungsweg sollten beteiligte Banken oder Zahlungsdienstleister rasch informiert werden, damit mögliche Sicherungsmaßnahmen geprüft werden können.“

Warnsignale


  • Eine Bekanntschaft auf einer Datingplattform empfiehlt einen angeblichen Aktienanalysten und dessen Tradingplattform.
  • Nach zahlreichen Transaktionen treten bei der vermeintlichen Anlage Auszahlungsprobleme auf.
  • Bei der Online-Bestellung bleibt die Ware aus und die Shop-Webseite verschwindet; ein Auslandskonto allein belegt dagegen keinen Betrug.

Was Betroffene tun sollten


  • Keine weiteren Zahlungen an die verdächtigen Anbieter leisten und die Kommunikation sichern.
  • Nachrichten der Kontaktpersonen, Plattformansichten sowie Belege zu allen 19 Transaktionen und zur Pelletbestellung aufbewahren.
  • Die beteiligten Banken oder Zahlungsdienstleister über die Zahlungen informieren und mögliche Rückrufe prüfen lassen.
  • Die Unterlagen den Ermittlungsbehörden geordnet vorlegen beziehungsweise eine Anzeige ergänzen.

Quelle: kaernten.orf.at | Case-ID: 116