66-Jähriger aus dem Bezirk Spittal verliert mehrere zehntausend Euro durch Anlagebetrug

Eine vermeintliche Anlagemöglichkeit im Internet wurde für einen 66-jährigen Mann aus dem Bezirk Spittal zur Betrugsfalle. Im Juni 2026 wurde er im Internet beziehungsweise durch E-Mail-Werbung auf eine Trading-Plattform aufmerksam und legte dort ein Kundenkonto an.

Es folgten Telefonate und schriftliche Kontakte über einen Messenger-Dienst. Der Mann gewährte den vermeintlichen Brokern über das Programm AnyDesk Fernzugriff. Nach Angaben der Polizei sollen die unbekannten Täter anschließend mehrere zehntausend Euro auf Konten in den Niederlanden und Litauen überwiesen haben.

Der Fall zeigt ein zentrales Warnsignal für die Prävention: Vermeintliche Anlagevermittler erhalten Fernzugriff im Zusammenhang mit einer Online-Geldanlage. In diesem Fall folgten darauf Überweisungen auf ausländische Konten. Die Abfolge verdeutlicht, wie aus einem beworbenen Anlageangebot ein erheblicher finanzieller Schaden entstehen kann.

Porträt Dr. Stephan Mauracher

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:

„Der geschilderte Fall zeigt einen Anlagebetrug mit Fernzugriff, wobei der Zugriff vermeintlicher Broker auf das Gerät ein zentrales Warnsignal ist. Die laut Polizeidarstellung anschließend von Tätern veranlassten Überweisungen verdeutlichen den Missbrauch; ein Geldfluss über Kryptowährungen ist hier nicht dokumentiert. Betroffene sollten weitere Zahlungen stoppen, den Kontakt abbrechen, das betroffene Gerät vom Netz trennen und über ein vertrauenswürdiges Gerät Zugangsdaten ändern sowie bei der Bank Kontosicherung und Überweisungsrückrufe veranlassen. Chats, Zahlungsbelege und vorhandene Fernzugriffsprotokolle sollten vor einem Neuaufsetzen des Geräts gesichert und für die Behörden strukturiert dokumentiert werden; der Fall sollte bei crypto-schaden.at zur technischen Prüfung gemeldet werden.“

Porträt Dr. Paul Rizzi

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Nach der geschilderten Sachlage spricht vieles für einen Betrugsverdacht im Zusammenhang mit dem vermeintlichen Anlageangebot und den anschließenden Überweisungen auf ausländische Konten. Für mögliche Ansprüche gegenüber der Bank ist gesondert zu prüfen, ob der Betroffene die einzelnen Zahlungen autorisiert hat; der gewährte Fernzugriff allein beantwortet diese Frage nicht. Geschädigte sollten umgehend die Bank informieren und mögliche Rückruf- und Sperrmaßnahmen prüfen lassen. Für eine gut aufbereitete Strafanzeige sollten insbesondere die Kommunikation mit den vermeintlichen Brokern, Unterlagen zum Fernzugriff und sämtliche Zahlungsbelege gesichert werden.“

Warnsignale


  • Ein beworbenes Trading-Angebot führt zu einer Registrierung bei unbekannten Anbietern.
  • Vermeintliche Broker verlangen Fernzugriff auf das Gerät über AnyDesk.
  • Nach dem Fernzugriff folgen Überweisungen auf ausländische Konten.

Was Betroffene tun sollten


  • Den Fernzugriff beenden, das betroffene Gerät vom Netz trennen und über ein vertrauenswürdiges Gerät Zugangsdaten ändern.
  • Die Bank informieren, Konten absichern und mögliche Rückrufe der Überweisungen prüfen lassen.
  • Chats, Zahlungsbelege und vorhandene Fernzugriffsprotokolle sichern, bevor das Gerät bereinigt wird.
  • Die Unterlagen für die Ermittlungsbehörden geordnet dokumentieren.

Quelle: meinbezirk.at | Case-ID: 113