Modus Operandi
- Mai 2024: Unbekannter Täter nimmt via Facebook Kontakt auf, gibt sich als amerikanischer Arzt in einem Kriegsgebiet aus
- Folgewochen/-monate: Aufbau emotionaler Bindung über WhatsApp; Übermittlung von Fotos; intensive Liebesbeteuerungen
- Laufend über Monate/Jahre: Wiederholte Bitten um finanzielle Unterstützung – angeblich für Flüge, Bestechungsgelder und Notlagen seiner Kinder
- Zahlungsformen: Überweisungen sowie Versendung von Steam-Geschenkkarten verschiedener Art
- Polizei Bezirk Zwettl nimmt Anzeige entgegen, warnt öffentlich
- März 2026] https://www
„** Der technische Aufbau zeigt klassisches Multi-Kanal-Scamming: Facebook dient als Erstkontakt, WhatsApp als Bindungsvektor, Steam-Geschenkkarten verschleiern die Geldflüsse besser als klassische Überweisungen. Die amerikanische Telefonnummer ist höchstwahrscheinlich via VoIP gefälscht (Anbieter wie TextNow, Google Voice ermöglichen anonyme US-Nummern). Für die Dokumentation sind Screenshots der WhatsApp-Kommunikation, die Facebook-Profil-URL und alle Transaktionsbelege (Bankbelege, Steam-Karten-Codes) zu sichern. Die längerfristige Kommunikation schafft digitale Spuren – Metadaten aus WhatsApp-Backups können Zeitstempel und mögliche Verbindungen zu anderen Opfern liefern.”
„Nach der geschilderten Sachlage spricht vieles für ein Betrugsdelikt, möglicherweise in der Variante des schwerwiegenden Betrugs bei entsprechendem Schaden. Das systematische Vorgehen über mehrere Jahre mit emotionaler Bindung als Täuschungsmittel deutet auf organisiertes, arbeitsteiliges Handeln hin. Geschädigte sollten unverzüglich Strafanzeige erstatten und sämtliche Facebook-, WhatsApp-Nachrichten, Fotos, Telefonnummern sowie Überweisungsbelege und Steam-Karten-Quittungen sichern.”
Warnsignale
- Eine Online-Bekanntschaft baut schnell emotionale Nähe auf und spricht früh von Liebe.
- Die Person gibt sich als Arzt, Soldat oder Helfer in einer Krisenregion aus.
- Es werden wiederholt Geldtransfers, Flüge, Notlagen oder Bestechungszahlungen vorgeschoben.
- Neben Überweisungen werden auch Geschenkkarten wie Steam-Karten verlangt.
Was Betroffene tun sollten
- Jeden Kontakt sofort abbrechen und keine weiteren Zahlungen oder Codes senden.
- Chats, Profil-URLs, Telefonnummern, Überweisungen und Kartenbelege vollständig sichern.
- Bank oder Zahlungsdienstleister über bereits erfolgte Zahlungen informieren.
- Rasch Strafanzeige erstatten und Vertrauenspersonen einbeziehen.
Quelle: noen.at | Case-ID: 74











