Ein Video machte einen 60-jährigen Mann im Bezirk Landeck auf eine vermeintliche Handelsplattform aufmerksam. Dahinter steckte laut Polizei eine Täuschung. Ein unbekannter Täter versprach hohe Gewinne bei angeblich geringem Risiko und brachte den Mann dazu, immer größere Beträge einzuzahlen.
Als der Mann am 10. August einen Teil des vermeintlichen Gewinns auszahlen lassen wollte, folgten weitere Überweisungen auf ausländische Bankkonten und Kryptoadressen. Zwischen Ende Juli und Ende August verlor er insgesamt über 100.000 Euro. Eine Auszahlung erhielt er nicht. Die Kriminalpolizei ermittelt.
Der Fall zeigt ein zentrales Warnsignal für die Prävention: Auf einen Auszahlungswunsch folgen weitere Zahlungen, während das erwartete Geld ausbleibt. Auch das Versprechen hoher Gewinne bei geringem Risiko gehört hier zur Täuschung, mit der der Täter den Mann zu höheren Einsätzen verleitete.

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:
„Der Fall zeigt einen Anlagebetrug über eine angebliche Trading-Plattform, bei dem ein Täuschungsvideo und behauptete geringe Risiken zu steigenden Einzahlungen verleiteten. Das entscheidende Betrugssignal sind hier die weiteren Zahlungsforderungen nach dem Auszahlungswunsch bei gleichzeitig ausbleibender Auszahlung. Betroffene sollten weitere Einzahlungen sofort stoppen, den Kontakt zu den Tätern abbrechen und sämtliche Kommunikationsverläufe, Screenshots und Zahlungsbelege sichern. Für die blockchain-forensische Verfolgung sollten Wallet-Adressen und Transaktionskennungen zusammengestellt und die Geldflüsse für die Ermittlungsbehörden strukturiert dokumentiert werden, denn Krypto-Überweisungen hinterlassen nachvollziehbare On-Chain-Spuren. Betroffene sollten den Fall bei crypto-schaden.at melden und prüfen lassen, ob Gelder noch eingefroren werden können.“

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:
„Nach der geschilderten Sachlage spricht vieles für ein Betrugsdelikt; insbesondere die weiteren Zahlungsforderungen nach dem Auszahlungswunsch sind im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Täuschung zu prüfen. Für die laufenden Ermittlungen sollten Geschädigte sämtliche Kommunikations- und Zahlungsbelege einschließlich der Kryptoadressen und Transaktionskennungen dokumentieren und den Ermittlungsbehörden übermitteln. Die beteiligten Banken und gegebenenfalls eingebundenen Kryptodienstleister sollten rasch informiert werden, damit mögliche Sperr- und Sicherungsmaßnahmen geprüft werden können. Zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegen die Verantwortlichen und ein Anschluss als Privatbeteiligter im österreichischen Strafverfahren kommen in Betracht.“
Warnsignale
Was Betroffene tun sollten
Quelle: tirol.orf.at | Case-ID: 114











