Pop-up bringt Tirolerin (68) fast 1.000 Euro: So funktioniert die Schock-Masche

Ein erschreckendes Fenster auf dem Computerbildschirm – das war der Beginn für eine 68-jährige Tirolerin. Das Pop-up behauptete, ihr Computer sei gehackt worden und es seien bereits Abbuchungen erfolgt. In Panik rief sie die angezeigte Hotline an. Der Mann am Telefon gab sich als Helfer aus und erklärte, er könne den Schaden beheben. Er konnte es nicht – aber er verursachte einen neuen: Fast 1.000 Euro verschwanden vom Konto der Seniorin, nachdem sie seinen Anweisungen gefolgt war. Die Polizei warnt: Solche Pop-ups sind immer gefälscht. Rufen Sie niemals die angezeigte Nummer an. Schließen Sie das Fenster und rufen Sie allenfalls jemanden an, dem Sie vertrauen.

Modus Operandi

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:

„Klassische Scareware-Masche (Fake-Pop-up mit "Tech-Support"-Betrug) – das Pop-up wurde wahrscheinlich durch Malvertising (bösartige Online-Werbung) oder kompromittierte Website eingeschleust, nicht durch echten Hack. Die behaupteten "bereits getätigten Abbuchungen" sind psychologischer Druck, um Panik zu erzeugen. Der Schaden von knapp 1.000 Euro ist vergleichsweise gering, zeigt aber die Effizienz der Masche bei älteren Zielgruppen. Technisch: Das Pop-up blockiert oft bewusst das Schließen des Fensters (Vollbild-Modus, JavaScript-Loops), um Opfer zum Anruf zu zwingen. Sofortmaßnahmen: Browser-Cache löschen, Malware-Scan durchführen (Malwarebytes empfohlen), alle Online-Banking-Passwörter ändern. Für Angehörige: Browser-Pop-up-Blocker aktivieren und Seniorinnen erklären, dass "Ihr Computer wurde gehackt"-Meldungen IMMER Betrug sind.”

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Nach der geschilderten Sachlage spricht vieles für ein Betrugsdelikt, da durch Scareware-Pop-ups und Vortäuschung einer Support-Identität Fernzugriff oder direkte Zahlungen erwirkt wurden. Seriöse Firmen warnen niemals via Pop-up vor Hacks. Geschädigte sollten unverzüglich Strafanzeige erstatten und den Computer forensisch sichern lassen.”

Warnsignale

Was Betroffene tun sollten

Quelle: krone.at | Case-ID: 60