Die Telegram-Falle: wie falsche Krypto-Gurus Anleger in den Ruin treiben

Über eine Empfehlung von Freunden landete eine Oberösterreicherin in einer Telegram-Gruppe der vermeintlichen Investmentplattform “TXEX”. Ein “erfolgreicher Trader” namens Kevin versorgte die Gruppe mit todsicheren Anlagetipps. Anfangs schien alles perfekt, das Guthaben wuchs und kleine Auszahlungen funktionierten – eine bewährte Masche, um Vertrauen aufzubauen. Doch als die investierten Summen stiegen, zeigten die Betrüger ihr wahres Gesicht. Plötzlich wurden undurchsichtige Gebühren fällig und die Auszahlung der Gewinne blockiert. Viele, darunter alleinerziehende Mütter, verloren so ihre gesamten Ersparnisse. Seien Sie extrem vorsichtig, wenn Ihnen in Chatgruppen das schnelle Geld versprochen wird.

Modus Operandi

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:
„Die TXEX-Plattform ist ein klassisches Pig-Butchering-Schema mit Telegram als Command-Center. Die anfänglichen Mini-Auszahlungen sind manipulierte Frontend-Daten ohne echte Blockchain-Transaktionen – Honeypot-Mechanik zur Vertrauensbildung. Die nachgelagerten “Gebühren” dienen der Ausblutung, während Domain-Hopping (neue Webseiten) die forensische Rückverfolgung erschwert. Rote Flaggen: Garantierte Renditen, Telegram-Koordination, fehlende Impressums-/Regulierungsdaten. Sofortmaßnahme: Alle Zahlungsverbindungen kappen, Screenshots der Kommunikation sichern, Anzeige bei Cybercrime-Meldestelle mit Wallet-Adressen (falls vorhanden).”
Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Nach der geschilderten Sachlage kommt ein Betrugsdelikt in Betracht, da durch Vortäuschung erfolgreicher Trading-Signale und anfänglicher Scheingewinne Vermögensschäden herbeigeführt wurden. Die Anfüttern-Technik und das arbeitsteilige Vorgehen in der Telegram-Gruppe deuten auf organisierte Täterschaft hin. Geschädigte sollten rasch Strafanzeige erstatten.”

Warnsignale

Was Betroffene tun sollten

Quelle: help.orf | Case-ID: 4