200 Millionen Euro Schaden: Warum Österreich beim globalen Kampf gegen Internetbetrug vorne mit dabei ist

Die Zahlen sind ernüchternd: 2025 fanden laut Bundeskriminalamt bereits 68 Prozent aller Betrugshandlungen in Österreich online statt. Der bezifferbare Schaden: rund 200 Millionen Euro — und die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Wer schweigt, weil er sich schämt, wird in dieser Statistik nicht sichtbar. Rund ein Viertel der dokumentierten Fälle dreht sich um gefälschte Anlageplattformen, die mit vermeintlich sicheren Renditen in Aktien oder Kryptowährungen werben. Die Seiten wirken seriös, die Mitarbeiter am Telefon klingen professionell — bis zur ersten Auszahlungsanfrage. Dann ist die Plattform plötzlich nicht mehr erreichbar. Im März 2026 fand in Wien der "Global Fraud Summit" der Vereinten Nationen statt: 20 Minister, über 1.300 Delegierte aus 130 Ländern diskutierten, wie dem organisierten Online-Betrug beizukommen ist. Auch Vertreter von Meta und TikTok waren dabei — zwei Plattformen, über die besonders viele Betrugsmaschen ihren Anfang nehmen. Staatssekretär Pröll brachte es auf den Punkt: "Der digitale Raum wird immer mehr zur Frontlinie für organisierte Kriminalität." Diese Einschätzung deckt sich mit dem, was Beratungsstellen wie onchainaustria.at täglich aus der Praxis kennen: Betroffene verlieren nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen — in Institutionen, in digitale Kommunikation, in sich selbst.

Modus Operandi

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:

„** Bei gefälschten Anlageplattformen arbeiten Tätergruppen mit Klonen echter Finanzwebseiten oder konstruieren scheinbar seriöse Frontend-Umgebungen. Die technische Infrastruktur sitzt meist auf Offshore-Servern mit kurzlebigen Domains (Bulletproof-Hosting). Phishing-Angriffe auf Bank-Identitäten dienen zur Übernahme bestehender Konten. Handlungsempfehlung: Domainhistorie via WHOIS-Lookup dokumentieren, alle Transaktionsdaten sichern (Kontoverbindung, Referenznummern) und bei der FMA (Finanzmarktaufsicht) prüfen, ob die Plattform registriert ist. Falls Krypto involviert ist: Wallet-Adressen identifizieren und blockchain-forensische Verfolgung aufnehmen.”

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Nach der geschilderten Sachlage kommt insbesondere ein Betrugsdelikt in Betracht. Das Vortäuschen seriöser Anlagemöglichkeiten auf fingierten Plattformen erfüllt typischerweise die Merkmale der Täuschung über erhebliche Tatsachen. Bei organisiertem, grenzüberschreitendem Vorgehen sind auch geldwäscherechtliche und aufsichtsrechtliche Prüfungen relevant. Betroffene sollten Strafanzeige erstatten und alle Transaktionsnachweise sichern.”

Warnsignale

Was Betroffene tun sollten

Quelle: krone.at | Case-ID: 75