14 Überweisungen in 4 Monaten: Pensionist (69) verliert sechsstelligen Betrag

Vier Monate lang zahlte ein 69-jähriger Pensionist aus Zell am See – immer in der Hoffnung, sein angebliches Krypto-Vermögen doch noch zu erhalten. Alles begann mit einem Anruf: Ein unbekannter Mann behauptete, in seinem Namen seien Kryptowährungen erworben worden, die nun aber gesperrt seien. Gebühr für Gebühr, Überweisung für Überweisung – insgesamt 14 Mal – schickte der Pensionist Geld, ohne einen Cent zurückzubekommen. Der Schaden liegt im mittleren sechsstelligen Bereich. Dieser Fall zeigt die besonders grausame Seite dieser Masche: Die Täter lassen die Opfer monatelang in falscher Hoffnung, um immer mehr Geld zu erschöpfen. Wenn jemand anruft und Ihnen sagt, Sie hätten Kryptowährungen, die Sie noch nie gekauft haben – legen Sie sofort auf.

Modus Operandi

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:

„Advance-Fee-Fraud mit gefälschter Autorität ("Softwarefirma") – die Täter haben nicht existierende Krypto-Assets als Druckmittel erfunden, um kontinuierliche "Freischaltgebühren" zu erpressen. Die 14 Überweisungen über 4 Monate zeigen systematische Eskalation: Jede Zahlung legitimiert die nächste Forderung. Die gestoppten drei Transaktionen bedeuten, dass die Bank möglicherweise bereits Alarm geschlagen hat – das ist der Moment, wo Opfer oft erst realisieren, dass sie betrogen wurden. Technisch: Vermutlich VoIP-Telefonie (schwer rückverfolgbar), möglicherweise Messenger-Kommunikation mit gefälschten Dokumenten (Screenshots von "eingefrorenen Wallets"). Sofortmaßnahme: Alle Überweisungsdaten (IBANs, BICs, Empfängernamen) an Behörden, parallel Rückforderung bei Empfängerbanken versuchen (innerhalb von 10 Tagen höchste Erfolgsquote).”

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Nach der geschilderten Sachlage spricht vieles für ein Betrugsdelikt, da durch Vortäuschung einer Softwarefirmen-Identität und angeblicher Kontosperrungen wiederholt Zahlungen erwirkt wurden. Die Sunk-Cost-Mechanik zeigt systematisches Vorgehen. Geschädigte sollten unverzüglich Strafanzeige erstatten und die Börse über den Vorfall informieren.”

Warnsignale

Was Betroffene tun sollten

Quelle: 5min.at | Case-ID: 56