Modus Operandi
- Jobanzeige auf TikTok/Instagram
- Kontaktaufnahme
- Einbindung in Telegram-Gruppe
- "Aufwärmphase" (Likes/Shares)
- Aufforderung, Bankkonto für Firmenumsätze bereitzustellen
- Eingang von Geldern aus Straftaten
- Weiterleitung abzüglich Provision
- Geldwäsche vollzogen
- Betroffene werden zu (unwissenden) Mittätern und ggf. selbst angezeigt
„Money-Mule-Rekrutierung über Social Media ist organisierte Kriminalität mit klarer Hierarchie: Die Telegram-Gruppen werden von Dropmaster-Strukturen gesteuert, die selbst nie in Erscheinung treten. Technisch fungiert das Opfer als Layering-Knoten in der Geldwäsche-Kette – jede Überweisung hinterlässt forensische Spuren (SWIFT/SEPA-Referenzen, IP-Logs beim Online-Banking). Die Strafbarkeit nach §165 StGB (Geldwäsche) greift auch bei “Unwissenheit” – die Behörden ermitteln kontobasiert rückwärts. Bitcoin-Konvertierung verschleiert zwar Endziele, aber Exchanges haben KYC-Pflicht. Sofortmaßnahme: Kontakt abbrechen, Konto sperren lassen, Selbstanzeige bei der Polizei (mindert Strafmaß), alle Telegram-/Chat-Verläufe sichern.”
„Der geschilderte Fall weist auf Geldwäschereirelevanz hin, da die vermeintlichen Jobsuchenden unwissentlich als Finanzagenten für Betrugsnetzwerke eingesetzt werden. Neben der strafrechtlichen Relevanz besteht auch verwaltungsstrafrechtliche Haftung. Betroffene sollten rasch rechtliche Beratung einholen und sich von der Täterrolle distanzieren.”
Warnsignale
- Jobangebote mit schneller Provision für einfache Handy-Aufgaben.
- Aufforderung, das private Bankkonto für Firmenumsätze oder Fremdgelder zu verwenden.
- Kommunikation fast ausschließlich über TikTok, Instagram oder Telegram.
- Anweisung, Gelder weiterzuleiten oder in Bitcoin umzuwandeln.
- Kein seriös nachvollziehbares Unternehmen im Hintergrund.
Was Betroffene tun sollten
- Kontakt sofort abbrechen und keine weiteren Überweisungen oder Krypto-Käufe durchführen.
- Die Bank umgehend informieren und das betroffene Konto absichern oder überwachen lassen.
- Chats, Benutzernamen, Telefonnummern, Zahlungsbelege und Kontoauszüge sichern.
- Sofort Anzeige bei der Polizei erstatten und den gesamten Ablauf offenlegen.
- Rasch rechtliche Beratung einholen, wenn bereits Gelder über das eigene Konto geflossen sind.
Quelle: salzburg24.at | Case-ID: 48











