Modus Operandi
- Kontakt über Online-Kryptoplattform (März 2024)
- Versprechen großer Gewinne
- erste Investition (mittlerer 5-stelliger Betrag)
- kontinuierliche Forderungen nach "Freischaltungszahlungen" für Gewinnausschüttungen
- 87+ Überweisungen an unterschiedliche Auslandskonten über 2 Jahre
- endgültiger Zusammenbruch: März 2026, Abbuchung ohne Gegenleistung
- Opfer erstattet Anzeige
- Gesamtschaden: niedriger 6-stelliger Eurobetrag
„Klassischer Pig-Butchering-Fall mit extremer zeitlicher Ausdehnung (2 Jahre, 87 Transaktionen) – die Täter haben das Opfer durch kontinuierliche Mikro-Eskalationen in der Zahlungsbereitschaft konditioniert, bis die Summe sechsstellig wurde. Die Verteilung auf 87 verschiedene Auslandskonten deutet auf ein industrialisiertes Money-Mule-Netzwerk hin, wahrscheinlich mit automatisierter Weiterleitung über Krypto-Börsen. Die gefälschte Handelsplattform zeigt typische Scam-Architektur: Frontend suggeriert Gewinne, Backend kassiert nur. Sofortmaßnahmen: Alle 87 Empfängerkonten den Behörden melden (Freezing Orders möglich), Screenshots der Plattform sichern, alle Kommunikationsverläufe dokumentieren. Die lange Dauer macht nachträgliche Wallet-Traces schwierig, aber VASP-Anfragen bei den empfangenden Börsen sind der beste Hebel.”
„Nach der geschilderten Sachlage kommt ein schwerwiegender Betrugsverdacht in Betracht, da durch Vortäuschung einer Krypto-Plattform und wiederkehrender Vorschussforderungen über zwei Jahre hinweg ein erheblicher Vermögensschaden entstanden ist. Die Systematik von 87 Überweisungen zeigt die perfide Ausbeutung des Opfers. Geschädigte sollten rasch Strafanzeige erstatten.”
Warnsignale
- Angebliche Krypto-Gewinne sind nur nach weiteren Gebühren oder Freischaltzahlungen abrufbar.
- Immer neue Überweisungen auf wechselnde ausländische Konten werden verlangt.
- Die Plattform zeigt steigende Gewinne, zahlt aber nie tatsächlich aus.
- Kontaktpersonen drängen zu Geduld, Geheimhaltung und immer neuen Einzahlungen.
Was Betroffene tun sollten
- Keine weiteren Zahlungen leisten und den Kontakt sofort abbrechen.
- Alle Belege sichern: Überweisungen, Plattform-Screenshots, E-Mails und Chatverläufe.
- Banken und Zahlungsdienstleister informieren und mögliche Sicherungsmaßnahmen prüfen.
- Rasch Strafanzeige erstatten und den Fall technisch wie rechtlich prüfen lassen.
Quelle: MeinBezirk Klagenfurt | Case-ID: 53











