Falscher Gewinn-Link: Kärntnerin verliert tausende Euro

Beitragsbild zu Messenger-Phishing und falschem Gewinn-Link
Eine 38-jährige Frau aus dem Bezirk Spittal an der Drau hat mehrere tausend Euro verloren, weil ein Unbekannter sich in einem Messengerdienst als ihre Arbeitskollegin ausgegeben hat. Das Versprechen eines Gewinns, ein Link zur Bestätigung – und schon war das Geld weg. Was klingt wie eine Warnung aus einem Polizeiprospekt, ist ihr tatsächlich passiert. Die Täterschaft nutzte den ältesten Trick der Welt: Sie haben das Vertrauen missbraucht, das wir unseren Kolleginnen und Kollegen entgegenbringen. Die Frau hatte keine Chance, den Betrug zu erkennen – der Absender schien ihr bekannt. Zwei Banküberweisungen wurden über ihre eigene Banking-App ausgelöst; sie bestätigte sie, ohne zu ahnen, dass sie damit direkt in die Tasche der Betrüger zahlte. Die Kriminalpolizei Kärnten ermittelt. Ihr dringender Rat: Wer unerwartete Nachrichten mit Links bekommt – selbst von scheinbar bekannten Personen –, sollte den Absender immer über einen anderen Kanal (z.B. Telefon) kontaktieren, bevor er irgendetwas anklickt.

Modus Operandi

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:

„Social-Engineering über Messenger mit Account-Takeover der “Kollegin” ist ein klassisches Credential-Phishing-Szenario – der Link führte vermutlich zu einer gefälschten Banking-Login-Seite oder installierte eine Man-in-the-Middle-Malware für Session-Hijacking. Die zwei bestätigten Überweisungen deuten auf Push-TAN-Abfang oder ein manipuliertes App-Overlay hin. Forensisch entscheidend: Der Ursprungs-Account der Kollegin (wurde dieser gehackt oder war es ein Lookalike?), der Phishing-Link (Domain-Historie, Hosting-Provider), und die Empfängerkonten (Banking-Forensik über BIC/IBAN-Trace). Sofortmaßnahme: Banking-App deinstallieren, Gerät auf Malware scannen (professioneller IT-Service), alle Accounts mit neuen Passwörtern von einem sauberen Gerät sichern, Arbeitgeberin informieren (Kollegin könnte ebenfalls kompromittiert sein).“

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Nach der geschilderten Sachlage spricht vieles für einen vollendeten Betrugsverdacht, da durch Vortäuschung einer bekannten Identität und eines vermeintlichen Gewinns konkrete Überweisungen ausgelöst und mehrere tausend Euro vom Konto der Geschädigten abgebucht wurden. Betroffene sollten umgehend Anzeige erstatten, die Bank informieren und sämtliche Kommunikations- und Transaktionsdaten sichern.“

Warnsignale

Was Betroffene tun sollten

Wurden Sie ebenfalls Opfer eines Messenger- oder Phishing-Betrugs? Vereinbaren Sie jetzt ein Erstgespräch.

Quelle: kurier.at | Case-ID: 50