Vom Sofa auf die Anklagebank: Wie TikTok-Nebenjobs in die Geldwäsche-Falle führen

Beitragsbild zu TikTok-Nebenjobs und Geldwäschefalle
Ein lukrativer Nebenjob, ganz bequem von daheim – wer auf TikTok oder Instagram nach Geldverdienmöglichkeiten sucht, wird derzeit massiv von Kriminellen ins Visier genommen. Die Masche ist perfide: Über scheinbar seriöse Jobangebote werden ahnungslose Menschen dazu gebracht, ihr privates Bankkonto für Geldwäsche zur Verfügung zu stellen. Was als harmloser “Micro-Job” beginnt – ein paar Videos liken, ein paar Posts teilen – endet damit, dass Gelder aus Betrug und anderen Straftaten über das eigene Konto fließen und weiterüberwiesen werden. In Salzburg sind bereits Fälle aktenkundig, bestätigt die Polizei. Das Tragische: Die Betroffenen wissen oft nicht, dass sie sich strafbar machen. In Österreich drohen für Geldwäsche empfindliche Freiheitsstrafen. Die Kriminalpolizei warnt unmissverständlich: Kein seriöses Unternehmen verlangt je, dass Mitarbeiter ihr Privatkonto für Firmentransaktionen öffnen oder Gelder in Kryptowährungen umwandeln. Wer bereits in die Falle getappt ist: Sofort Kontakt abbrechen, die Bank informieren und Anzeige erstatten.

Modus Operandi

Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu:

„Money-Mule-Rekrutierung über Social Media ist organisierte Kriminalität mit klarer Hierarchie: Die Telegram-Gruppen werden von Dropmaster-Strukturen gesteuert, die selbst nie in Erscheinung treten. Technisch fungiert das Opfer als Layering-Knoten in der Geldwäsche-Kette – jede Überweisung hinterlässt forensische Spuren (SWIFT/SEPA-Referenzen, IP-Logs beim Online-Banking). Die Strafbarkeit nach §165 StGB (Geldwäsche) greift auch bei “Unwissenheit” – die Behörden ermitteln kontobasiert rückwärts. Bitcoin-Konvertierung verschleiert zwar Endziele, aber Exchanges haben KYC-Pflicht. Sofortmaßnahme: Kontakt abbrechen, Konto sperren lassen, Selbstanzeige bei der Polizei (mindert Strafmaß), alle Telegram-/Chat-Verläufe sichern.”

Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu:

„Der geschilderte Fall weist auf Geldwäschereirelevanz hin, da die vermeintlichen Jobsuchenden unwissentlich als Finanzagenten für Betrugsnetzwerke eingesetzt werden. Neben der strafrechtlichen Relevanz besteht auch verwaltungsstrafrechtliche Haftung. Betroffene sollten rasch rechtliche Beratung einholen und sich von der Täterrolle distanzieren.”

Warnsignale

Was Betroffene tun sollten

Quelle: salzburg24.at | Case-ID: 48