Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die Betreiber der Plattform “PrivaFund” erhoben. Sieben Personen wird vorgeworfen, rund 7.500 Anleger aus Österreich, Deutschland und der Schweiz um insgesamt zwölf Millionen Euro betrogen zu haben. Mit dem Versprechen hoher Renditen auf Krypto-Investments lockten sie ihre Opfer auf die Plattform. Doch anstatt das Geld zu investieren, sollen die Täter es für ihren luxuriösen Lebensstil zweckentfremdet haben. Ein klassisches Schneeballsystem, das einmal mehr zeigt, wie vorsichtig man bei allzu verlockenden Angeboten im Internet sein muss. Drei der Angeklagten sind bereits aus dem ähnlich gelagerten Fall “EXW” bekannt.
🔍 Modus Operandi
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- Gründung der Plattform PrivaFund
- Anleger mit hohen Renditen für Krypto-Investments ködern
- Gelder der Anleger abheben und für eigenen Lebensstil verwenden, anstatt zu investieren
Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu: „PrivaFund ist ein klassisches Ponzi-Schema mit Krypto-Fassade – die 12 Millionen Euro landeten nie on-chain, sondern direkt in Fiat-Luxuskonsum der Täter. Die Skalierung auf 7.500 Opfer deutet auf professionelles Marketing (SEO, Social Ads) und CRM-Infrastruktur hin. Blockchain-Forensik ist hier limitiert, da kaum echte Transaktionen stattfanden; der Fokus liegt auf Bankdaten-Subpoenas und Asset-Recovery via Freezing Orders. Die Verbindung zu EXW zeigt ein organisiertes Netzwerk mit Wiederholungstätern. Opfer sollten sofort Kontobewegungen dokumentieren, Strafanzeige einreichen und zivilrechtliche Vermögensarreste prüfen lassen.”
Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu: „Nach der geschilderten Sachlage kommt schwerer gewerbsmäßiger Betrug nach §§ 147, 148 StGB in Betracht, da durch Vortäuschung einer seriösen Anlageplattform ein Gesamtschaden von zwölf Millionen Euro bei rund 7.500 Geschädigten entstanden ist. Die grenzüberschreitende Dimension erfordert internationale Rechtshilfe. Das Verfahren ist bereits anhängig.”
⚠ Warnsignale
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- Versprechen von garantierten oder ungewöhnlich hohen Renditen auf Krypto-Investments
- Keine transparente Investitionsstrategie oder Nachweise echter Trades
- Gelder werden nicht investiert, sondern für Privateigentümer-Konsum verwendet
- Täter aus bereits bekannten Betrugsfällen (hier: EXW-Verbindung)
- Professionelles Marketing und aggressive Neukundengewinnung
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Quelle: kaernten.orf.at | Case-ID: 2
