Von Dezember 2024 bis März 2025 wurde ein 64-jähriger Mann aus Oberwart (Burgenland) telefonisch von einer unbekannten Person betreut, die sich als Investment-Mitarbeiter ausgab. Die täterische Seite leitete ihn auf eine vermeintliche Krypto-Handelsplattform, deren Dashboard über Monate hinweg angebliche Gewinne anzeigte. Als der Mann bei seiner Bank auf mögliche Unregelmäßigkeiten hingewiesen wurde und eine Übertragung der Mittel verlangte, brach jeder Kontakt ab. Der dokumentierte Schaden beläuft sich auf einen mittleren sechsstelligen Eurobetrag. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Der Fall illustriert die Methodik professioneller Täternetzwerke, die über Monate hinweg mit gefälschten Plattformen und persönlicher „Betreuung” arbeiten.
🔍 Modus Operandi▼
- Telefonischer Erstkontakt durch angeblichen Investment-Mitarbeiter, Dezember
- 2. Opfer wird zur Investition auf einer Krypto-Handelsplattform verleitet
- Über mehrere Monate zeigt das Konto angeblich positive Ergebnisse
- Bei Auszahlungswunsch bricht der Kontakt ab. Schaden: mittlerer sechsstelliger Eurobetrag
Dr. Stephan Mauracher von crypto-schaden.at meint dazu: „Der Fall zeigt ein professionelles Long-Con-Setup mit telefonischer Betreuung über mehrere Monate. Die gefälschte Handelsplattform arbeitet mit simulierten Dashboards – technisch ist das reines Frontend ohne echte Blockchain-Transaktionen. Entscheidend für die Aufarbeitung: Alle Überweisungen dokumentieren (Banktransfers zu welchen IBANs, Krypto-Transaktionen zu welchen Wallet-Adressen) und blockchain-forensische Verfolgung aufnehmen. Die Täter nutzen oft legitime Payment-Prozessoren oder Börsen als erste Hops – diese VASPs unterliegen KYC-Pflichten und können für Behördenanfragen relevant sein. Die lange Betreuungsphase deutet auf organisierte Strukturen hin, eine technische Transaktionsanalyse kann Verbindungen zu anderen Opfern aufdecken.”
Dr. Paul Rizzi von crypto-schaden.at meint dazu: „Nach der geschilderten Sachlage kommt schwerer Betrug nach § 147 StGB in Betracht, da durch Vortäuschung einer Investment-Betreuung und gefälschte Gewinn-Dashboards über mehrere Monate ein mittlerer sechsstelliger Vermögensschaden herbeigeführt wurde. Die monatelange persönliche Betreuung und simulierten Kontostände deuten auf professionell organisierte Täterschaft hin. Geschädigte sollten unverzüglich Strafanzeige erstatten und alle Kommunikationsdaten sowie Screenshots der Plattform sichern.”
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Quelle: die-nachrichten.at, 2025 | Case-ID: 78
